Gewaltfrei

Gewaltfrei ist ein Netzwerk zur Gewaltprävention in Bad Honnef, gegründet im Jahr 2014. Gewaltfrei soll ein – wie der Name schon sagt – gewaltfreies Miteinander, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, auf verschiedenen Ebenen fördern. Vor zwei Jahren hat das Aalkönigkomitee erstmals seine Fördermittel gebündelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring Bad Honnef ein Konzept mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention entwickelt. So konnten verschiedene Institutionen bis lang 13 soziale Projekte unter dem Dach des Netzwerkes erfolgreich umsetzen.
In 2016 wird das Netzwerk insgesamt zehn Projekte auf die Schiene setzen und verwirklichen. Mit dabei fünf erfolgreiche Projekte aus den vergangenen zwei Jahren und fünf neue Projektkonzepte:
Eines der neuen Projekte ist das die KASCH-Paten-Training. Interessierte Schüler der Konrad-AdenauerSchule Bad Honnef werden hier auf ihren Einsatz als Paten für jüngere Mitschüler, die aus verschiedensten Gründen jemanden an ihrer Seite brauchen, ausgebildet. Inhaltlich werden sie sich mit Themen wie Verantwortung, Kommunikation, Konfliktmanagement und den Grundlagen des Sozialen Lernens auseinandersetzen. Anhand von Fallbeispielen und Rollenspielen können sie das Gelernte einüben und vertiefen. Im Schulalltag werden die Paten in das bestehende schulische Beratungs- und Unterstützungssystem eingebunden, regelmäßig gecoacht und haben immer einen Ansprechpartner für ihre Anliegen.
Die Malteser Bad Honnef bieten in diesem Jahr, unter dem Titel 8 Spitzen fairnetzt, einen integrativen Kurs zur Stärkung der Zivilcourage von Jugendlichen an. Der Kurs richtet sich an Jugendliche aus der eigenen Malteser- Jugend Bad Honnef und besonders an Jugendliche aus dem Jugendwohnheim St. Sebastian, einer Unterbringungseinrichtung für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Im Rahmen dieses Angebots wurde ein spezielles Kursmodell ausgearbeitet, bei dem sowohl Inhalte der Ersten Hilfe als auch praxisorientierte Grundlagen der Kommunikation und deeskaliere Umgang mit Gewalt mit einander in Einklang gebracht werden.
Ebenfalls neu dabei ist die Projekt-AG Locker bleiben von Sibi-Plus. In der Turnhalle des Siebengebirgsgymnasiums Bad Honnef spielen die Teilnehmer unter Anleitung einer Diplom Pädagogin selbstkreierte Teamspiele mit eigens ausgedachten Regeln. So lernen Schüler der fünften und sechsten Klasse ihren eigenen Körper besser kennen, testen ihre Grenzen und Fähigkeiten aus und entwickeln diese weiter. Dadurch entwickeln sie mehr Selbstbewusstsein, um in provokanten und aggressiven Situationen ruhig bleiben und überlegt reagieren zu können.
Mit den Rhein Refugee Youngstars hat das Netzwerk ein neues musikalisches Projekt aufgesetzt. Musiker zwischen 14 und 22 Jahren – Flüchtlinge und Einheimische machen hier gemeinsam Musik. Dabei soll ein friedliches Miteinander, Toleranz und Akzeptanz zwischen Einheimischen und Zugewanderten als selbstverständlich wahrgenommen werden. Ziel ist es dass die zehn jungen Musiker in der Öffentlichkeit auftreten und ihre Musik in einem professionellen Tonstudio aufgenommen wird. Begleitet werden sie von dabei einem erfahrenem Band-Coach und einem pädagogischen Bandbetreuer aus dem Haus der Jugend in Bad Honnef.
Das fünfte neue Porjekt ist die Stabilisierungsgruppe für Frauen nach traumatischen und belastenden Erfahrungen, angeboten vom Frauenzentrum Bad Honnef. Viele der Frauen, die sich an das Frauenzentrum wenden, sind in ihrer Vergangenheit oder aktuell durch unterschiedlichste Formen von Gewalt, in der Regel durch nahestehende Bezugspersonen, traumatisiert worden! Der wesentliche Schritt bei der Verarbeitung eines Traumas ist neben dem Herstellen der äußeren Sicherheit, das Wiedererlangen des Gefühls von innerer Sicherheit. Diese Gruppe setzt daher bei den Ressourcen der Frauen an und hilft Ihnen mehr Stabilität zu entwickeln.
Einer der „Klassiker“ ist der BAEGI – der Bauspielplatz Aegidienberg. Beim Bauspielplatz, handelt es sich um ein abenteuerpädagogisches Konzept des Jugendtreffs Aegidienberg. Mit Hammer und Nagel erschaffen die Teilnehmer-Kids gemeinsam und nach eigenen Vorstellungen ein Dorf. Dort werden sie zu selbstständigen Unternehmern, Arbeitnehmern und verbringen tagsüber ihr Dorfleben mit eigener Währung und eigenen, für alle geltenden Gesetzen. Das diesjährige Motto wird noch bekannt gegeben.
Ein weiteres etabliertes Projekt aus dem Netzwerk, ist das Projekt der evangelischen Jugend: Frieden geht anders – ein Projekt zur Friedensbildung. Für einen Friedensaufbau spielen Bildungs- und Lernprozesse eine große Rolle. Konstruktive Konfliktbearbeitung will gelernt sein. Wissen über die Zusammenhänge von Gewalteskalation, über Konfliktursachen, über die Grundlagen für Frieden, aber auch über das Entstehen eigener Weltbilder muss sich aufbauen. Um die gewachsene Komplexität mit friedlichen Mitteln zu gestalten müssen wir lernen, mit Interessenkonflikten und Meinungsverschiedenheiten anders umzugehen. Und genau hier setzt das Projekt an. Frieden geht anders erstreckt sich über einen Projektzeitraum von über drei Jahren (2015 bis 2017).
Schon seit Beginn an dabei: das Haus der Jugend in Bad Honnef. Ebenfalls mit einem bewährten Projekt in zweiter Auflage. Über einen Zeitraum von 40 Wochen werden einmal pro Woche gemeinsam mit momentan acht Jugendlichen im Rahmen des Nachmittagsangebots Trickfilme produziert. Inhaltlich stehen dabei die Umsetzung kreativer Ideen, der spielerische Erwerb von Medienkompetenz, die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und deren Anliegen sowie die intensive Arbeit im Team im Vordergrund.
„Glaub mir, hier kannst du alles sagen was du willst, denn das bleibt garantiert in dieser Runde und unter uns“ (Teilnehmer Max zu Teilnehmer Tom). Das Jungenprojekt MÄNNL(ICH), das in diesem Jahr zweite vom Jugendtreff Aegidienberg initiierte Projekt, fördert und unterstützt Jungs im Alter von 9-13 Jahren in ihrer individuellen Männlichkeit. In einem geschützten Rahmen, nur unter „uns“ Jungs, werden Fragen aufgegriffen wie: „Was ist männlich“, „Wie erfahre ich meine eigene Identität“ oder „Gewalt, Zeichen von Stärke oder Schwäche?“. Dabei gibt für die Gruppe immer wieder einzelne Highlights, vom Kochduell vor einer Jury bis hin zum Besuch im Fußball-Stadion. Das Angebot ist eine Gewaltfrei-Wiederauflage aus 2015.
In der Offenen Ganztagsschule des Stadtjugendrings wird auch in diesem Jahr wieder geboxt. Im vergangenen Schuljahr hatten die Schüler die Möglichkeit neben der sportlichen Komponente auch von anderen Aspekten des Boxsportes zu profitieren. Aspekte wie die Steigerung des Selbstwertgefühls, Erlangung von Sicherheit im Auftreten und Respekt vor ihren Mitmenschen. Begleitet wird das Projekt auch im diesen Jahr wieder durch Trainerinnen des Allgemeinen Turnvereins (ATV) aus Selhof.
Neben den acht einzelnen Projekten lädt das Netzwerk Gewaltfrei zweimal im Jahr zu einem offenen Erfahrungsaustausch rund um das Thema Gewaltprävention für Jugendliche – dem Forum Gewaltfrei – ein.