Gewaltfrei ist ein Netzwerk zur Gewaltprävention in Bad Honnef, gegründet im Jahr 2014. Gewaltfrei soll ein – wie der Name schon sagt – gewaltfreies Miteinander, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, auf verschiedenen Ebenen fördern. Das Aalkönigkomitee hat seine Fördermittel gebündelt und in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendring Bad Honnef ein Konzept mit dem Schwerpunkt Gewaltprävention entwickelt. So konnten innerhalb der letzten 3 Jahre verschiedene Institutionen mehr als 30 soziale Projekte unter dem Dach des Netzwerkes erfolgreich umsetzen.

In 2017 wird das Netzwerk insgesamt elf Projekte auf die Schiene setzen und verwirklichen. Mit dabei alt bewährte, erfolgreiche Projekte aus den vergangenen drei Jahren und neue, spannende Projektkonzepte:

Eines der neuen Projekte heißt Gewaltfrei Lernen; es ist ein pädagogisches Konzept zur Förderung der sozialen Kompetenzen von Kindern, zur Prävention von Gewalt, Mobbing und Rassismus sowie zum Aufbau eines sinnvollen Interventionskonzeptes für Schulen und Schulbetreuungen. Bei Gewaltfrei Lernen ist Bewegung Methode! Die erlebnisorientierten Trainings und erfolgreichen Strategien zur Prävention und Intervention unterstützen Grundschulen bei der konkreten Umsetzung. Das Projekt wird an der Gemeinschaft Grundschule Rhöndorf umgesetzt.

Ein weiteres Projekt ist die Stabilisierungsgruppe für Frauen nach traumatischen und belastenden Erfahrungen, angeboten vom Frauenzentrum Bad Honnef. Viele der Frauen, die sich an das Frauenzentrum wenden, sind in ihrer Vergangenheit oder aktuell durch unterschiedlichste Formen von Gewalt, in der Regel durch nahestehende Bezugspersonen, traumatisiert worden. Der wesentliche Schritt bei der Verarbeitung eines Traumas ist neben dem Herstellen der äußeren Sicherheit das Wiedererlangen des Gefühls von innerer Sicherheit. Diese Gruppe setzt daher bei den Ressourcen der Frauen an und hilft Ihnen mehr Stabilität zu entwickeln.

Einer der „Klassiker“ ist der BAEGI – der Bauspielplatz Aegidienberg. Beim Bauspielplatz handelt es sich um ein abenteuerpädagogisches Konzept des Jugendtreffs Aegidienberg. Mit Hammer und Nagel erschaffen die Teilnehmer-Kids gemeinsam und nach eigenen Vorstellungen ein Dorf. Dort werden sie zu selbstständigen Unternehmern, Arbeitnehmern und verbringen tagsüber ihr Dorfleben mit eigener Währung und eigenen, für alle geltende Gesetze.

Der Jugendtreff Aegidienberg ist mit einem zweiten Projekt im Netzwerk vertreten. Beim Projekt Parolen Paroli bieten treffen sich interessierte Kinder und Jugendliche, um der Frage auf den Grund zu gehen: „Was kann ich machen, wenn ich mit rassistischen Parolen konfrontiert werde?“. Damit dies nicht nur innerhalb des Jugendtreffs geschieht, werden gegen Ende des Projektes Bierdeckel bedruckt, die einigen weitverbreiteten Stammtischparolen Fakten und Tatsachen gegenüber stellen. Diese Bierdeckel sollen dann an die Aegidienberger Gastronomiestätten verteilt werden.

Wieder im Netzwerk mit einem Projekt vertreten ist die KjG Bad Honnef. Das Fotoprojekt Wir sind Honnef hat das Ziel ein Bewusstsein dafür zu stärken, dass auch unsere Gesellschaft in Bad Honnef vielfältig ist und schon seit Jahrzehnten von dieser Unterschiedlichkeit profitiert.

Ein weiteres etabliertes Projekt aus dem Netzwerk ist das Projekt der evangelischen Jugend: Frieden geht anders – ein Projekt zur Friedensbildung. Für einen Friedensaufbau spielen Bildungs- und Lernprozesse eine große Rolle. Konstruktive Konfliktbearbeitung will gelernt sein. Wissen über die Zusammenhänge von Gewalteskalation, über Konfliktursachen, über die Grundlagen für Frieden, aber auch über das Entstehen eigener Weltbilder muss sich aufbauen. Um die gewachsene Komplexität mit friedlichen Mitteln zu gestalten, müssen wir lernen, mit Interessenkonflikten und Meinungsverschiedenheiten anders umzugehen. Und genau hier setzt das Projekt an. Frieden geht anders erstreckt sich über einen Projektzeitraum von über drei Jahren (2015 bis 2017). Hauptsponsor dieses Projektes ist die OVB Vermögensberatung aus Köln. In dem aktuellen Projektjahr sollen unter der Leitung der Bad Honnef Künstlerin Franca Perschen leerstehende Geschäftsräume in der Stadt „bespielt“ werden und die Honnefer Bevölkerung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Frieden angeregt werden. Der Projekttitel in diesem Jahr lautet Tatort Frieden.

Wieder dabei ist auch die KASCH – die Konrad-Adenauer-Schule. Diesmal mit einer Fortbildung für die Lehrkräfte zum Thema: „Herausforderungen und Anforderungen an das Zusammenleben in der Schule im Kontext von Migration und Interkulturalität.“ Die Lehrer, die gleichzeitig die Multiplikatoren gegenüber den Schülern sind, lernen Methoden zur spannungsfreien Interaktion und zum konstruktiven Umgang mit Differenzen im schulischen Alltag. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit Pro Dialog Köln und dem WAIK®-Institut umgesetzt.

Zum zweiten Mal dabei ist in diesem Jahr das Haus Hohenhonnef; in diesem Jahr allerdings mit einem Ansatz der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, der es gelingt, das tabuisierte Thema sexueller Missbrauch und dem Schutz davor didaktisch soweit zu reduzieren, dass es von Menschen mit Behinderung verstanden wird. Zum Ende des Projekts wird das Theaterstück den Mitgliedern des Netzwerkes vorgespielt.

Schon seit Beginn an dabei: das Haus der Jugend in Bad Honnef. Ebenfalls mit einem bewährten Projekt in zweiter Auflage. Über einen Zeitraum von 40 Wochen werden einmal pro Woche gemeinsam mit momentan acht Jugendlichen im Rahmen des Nachmittagsangebots Trickfilme produziert. Inhaltlich stehen dabei die Umsetzung kreativer Ideen, der spielerische Erwerb von Medienkompetenz, die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und deren Anliegen sowie die intensive Arbeit im Team im Vordergrund.

In diesem Jahr wird auch wieder geboxt, diesmal allerdings im SIBI – dem städtischen Siebengebirgsgymnasium Bad Honnef. Dabei sollen die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit erhalten, neben der sportlichen Komponente auch von anderen Aspekten des Boxsportes zu profitieren. Aspekte wie die Steigerung des Selbstwertgefühls, Erlangung von Sicherheit im Auftreten und Respekt vor ihren Mitmenschen. Begleitet wird das Projekt auch im diesen Jahr wieder durch Trainerinnen des Allgemeinen Turnvereins (ATV) aus Selhof.

Der TV Eiche bietet zusammen mit dem Bündnis für Familie in diesem Jahr für Jugendliche aus Bad Honnef die Veranstaltung Zeig Zivilcourage an. In einem Seminar lernen Jugendliche kennen, wie man sich in Gewaltsituationen verhalten sollte. Das Seminar zeigt Möglichkeiten auf, „gewaltfrei Widerstand“ zu leisten. Es werden Filmszenen eingesetzt, Szenen nachgespielt und Lösungen mit den Seminarteilnehmern entwickelt.

Neben den elf einzelnen Projekten lädt das Netzwerk Gewaltfrei in der zweiten Jahreshälfte zum Forum Gewaltfrei – ein.

 

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Die Finanzierung dieser Projekte ist ausschließlich durch das jährlich stattfindende Aalkönigsfest sowie die finanzielle Unterstützung der Sponsoren und Spender möglich. Das Aalkönigkomitee dankt jedem, der mit einer Spende an den gemeinnützigen Verein „Aalkönig e.V.“ die Förderung Bad Honnefer Jugendprojekte bereits unterstützt hat und auch weiterhin unterstützen wird.

Die Kontoverbindung des Spendenkontos bei der Stadtsparkasse Bad Honnef lautet:

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